Eins vorweg: es war ein richtig tolles Training!

Freitag, 17.05.:

Eigentlich ist es ja geplant, dass sich alle Teilnehmer (auch Trainer) ca. 17 Uhr am Steg treffen – das war bei diesem Training nicht der Fall, weil wir vorher miteinander telefoniert haben und eine andere Uhrzeit vereinbaren konnten. So hatte niemand Stress bei der Anreise…

Trotzdem war es um 19.30 Uhr noch früh genug: nach einer kurzen Vorstellungsrunde, in der u.a. auch die Erwartungshaltung  der Teilnehmer  ans Training besprochen wurde, beschlossen Frank, Matthias, Stephan und Trainer Michael ganz spontan,  direkt mit dem Training zu beginnen. Es hat sich gelohnt: schon am Tag der Ankunft konnten wir bei etwas Wind die Yacht und deren Fahrverhalten in ersten Übungen kennen lernen. Erst um 22.30 Uhr , nach 3 Stunden Training waren wir wieder am Liegeplatz und gönnten uns ein leckeres, selbst gekochtes Abendessen in gemütlicher Runde.

Samstag, 18.05.

Sonnenschein, nette Leute, Partystimmung am Strand, nette Flirts  – und mit einem Mal war alles vorbei, als ich durch meine Teilnehmer aus dem Schlaf gerissen wurde! 🙁

Okay, ich muss zugeben – es war inzwischen auch schon spät: 09:15 Uhr – und um 10.00 Uhr sollte ja das Training anfangen! Zu meiner Ehrenrettung sei gesagt: ich war schon mal um 06.00 Uhr wach, hatte bereits geduscht, mich fertig angezogen – und wollte mich dann „nur mal kurz“ hinlegen…

Ein schnelles, einfaches Frühstück  und dann ging es doch noch pünktlich los.
Der Wind hatte seit gestern ein wenig zugenommen, so dass wir eine kleine Steigerung des Schwierigkeitsgrads bei den Übungen hatten, was aber für die Crew gar kein Problem darstellte.

Mit uns trainierten auch zwei weitere Yachten im selben Hafengebiet, daher haben wir unsere Übungen einfach an einen anderen freien Steg verlegt. Immerhin ist ja genügend Platz in Lelystad.

Natürlich haben alle Hafenmanöver-Trainings den selben Lehrinhalt: eben Hafenmanöver in möglichst vielen Variationen zu trainieren. Doch das Wesentliche ist es zu erkennen, welche Ressourcen einem selbst unter schwierigeren Bedingungen immer noch zur Verfügung stehen – ein „Plan B“ und evtl auch ein „Plan C“ sollten vorher bereits gedanklich durchgespielt und natürlich auch vorbereitet sein!

Ressourcen sind/können u.a. sein:

Zeit und Raum:

Zeit ist eine wichtige Ressource: je mehr Zeit/Raum ich für ein Manöver habe, desto entspannter ist das Manöver für die Crew – daher:

  • möglichst viel Raum nach Luv nutzen
  • lange vor dem Manöver die Crew vorbereiten: Jeder Einzelne muss wissen, auf welches Kommando was genau zu tun ist.

Wind:

  • Wann erschwert der Wind mein Manöver?
  • Wie kann ich den Wind für mich einsetzen? Unter welchen Bedingungen unterstützt der Wind mein Manöver?

Leinen:

  • Wie viele Leinen stehen mir zur Verfügung?
  • Wie kann ich sie sinnvoll einsetzen?
  • Welche Hebeleffekte kann ich durch den richtigen Einsatz der Leinen nutzen?

Und falls die Situation mal sehr schwierig sein sollte, die Fragestellungen:

  • Muss ich jetzt dort anlegen? – Oder habe ich genügend Zeit, um noch etwas anderes zu machen?
  • Muss ich jetzt dort anlegen? – Oder ist ein anderes Crew-Mitglied besser geeignet? – Gibt es (in Extremsituationen) vielleicht auch Hilfe von außen?
  • Muss ich jetzt dort anlegen? – Oder könnte die Situation später besser sein?
  • Muss ich jetzt dort anlegen? – Oder gibt es einen besser geeigneten Liegeplatz?
  • Muss ich jetzt dort anlegen? – Oder möchte ich ein Crewmitglied nur kurz  an Land absetzen – oder von Land eine Hilfe an Bord holen?

Nach einem ausgefüllten, erfolgreichen Trainingstag wurde der Trainer wurde von der Crew zum Essen in´s nahe gelegene Restaurant eingeladen.

Sonntag, 19.05.

Besser hätten wir es für uns nicht planen können: der Wind war nochmals stärker geworden – inzwischen waren es 5 Bft.
Wie wir inzwischen erfahren hatten, war für die Teilnehmer der anderen Trainings-Yachten heute die praktische SKS-Prüfung – wir haben ihnen ganz fest die Daumen gedrückt.

Für uns indes ging das normale Training weiter und wir konnten feststellen, dass die einstudierten Manöver auch unter diesen anspruchsvolleren Bedingungen „wie am Schnürchen“ klappten, was auch an der gut aufeinander eingespielten Crew lag.

Bei einer Übung war ich jedoch verblüfft: wir wollten mit der „gegenüber liegenden“ Achterleine von einem Steg mit auflandigem Wind ablegen. Normalerweise keine große Sache – aber hier hat es nicht (!) geklappt: der Motor war zu schwach um die Yacht gegen den Wind vom Steg wegzudrücken.

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Daher haben wir ein anderes Manöver durchgeführt („Plan B“): Das Eindampfen in die Vorspring.

Abschließend übten wir noch intensiv die unterschiedlichen Manöver zum Anlegen in eine Box mit Dalben, wobei wir die Vorleinen bereits am Heck über den Dalben legten und dann an der Mittel-Klampe belegten. Dadurch waren wir vor dem Seitenwind geschützt und konnten wie auf Schienen in aller Ruhe und ohne Hektik bis zum Steg fahren. Selbst falls die Achterleinen nicht sofort hätten befestigt werden können, wäre es bei dieser Art der Durchführung zu keinem Problem geworden!

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Mit diesen Erfolgserlebnissen endeten 2,5 Tage intensiven Trainings mit dem größtmöglichen Lernerfolg: ich bin davon überzeugt, dass Frank, Matthias und Stephan diese Manöver nun auch „einhand“ fahren könnten – sofern das überhaupt mal notwendig sein sollte.

 

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