Vorbereitung verschafft Sicherheit
An Bord wollen wir eine gute Zeit haben: segeln, Urlaub machen, gemeinsam unterwegs sein.
Gerade deshalb werden sicherheitsrelevante Themen vor dem Törn oft nur kurz angesprochen oder ganz weggelassen.
Meistens geht das gut – manchmal mit Verstand, manchmal auch einfach mit Glück.
Aber nicht jeder Notfall lässt sich von vornherein ausschließen. Auch bei guter Vorbereitung, vorsichtigem Verhalten und klaren Regeln kann es zu kritischen Situationen kommen.
Dann zählt, ob der Skipper und die Crew vorbereitet sind:
- Wer übernimmt welche Aufgabe?
- Wo ist die wichtige Ausrüstung?
- Wie wird Hilfe gerufen?
- Welche Entscheidung muss jetzt sofort getroffen werden?
Vorbereitung bedeutet deshalb nicht, Angst an Bord zu bringen. Vorbereitung bedeutet, im Ernstfall schneller, ruhiger und richtiger handeln zu können.
Vom Reagieren zum Vorbereiten
Viele Skipper denken erst dann über Sicherheit nach, wenn etwas passiert.
Dann ist es oft zu spät für ruhige Erklärungen, lange Diskussionen oder die Suche nach Ausrüstung. Bei Feuer, Mensch über Bord, Wassereinbruch, Kollision oder schwerem Wetter zählt jede Minute.
Gute Vorbereitung bedeutet nicht, jeden Notfall perfekt vorherzusagen. Sie bedeutet, die wichtigsten Abläufe vorher zu kennen und die Crew so einzubinden, dass im Ernstfall nicht alles improvisiert werden muss.
Was vor dem Auslaufen geklärt sein sollte
Vor dem Auslaufen sollte klar sein:
- Wer übernimmt im Notfall welche Aufgabe?
- Wo sind Feuerlöscher, Funkgerät, Notfalltasche und Rettungsmittel?
- Wie wird DSC-Distress ausgelöst?
- Wann werden Rettungswesten getragen?
- Wann wird eingepickt?
- Was passiert bei Mensch über Bord?
- Was passiert bei Feuer an Bord?
- Was passiert bei Wassereinbruch?
- Wie wird Hilfe gerufen?
- Wann wird die Rettungsinsel vorbereitet?
Diese Punkte gehören nicht erst in den Ernstfall. Sie gehören in die Vorbereitung.
Sicherheitseinweisung, Notrolle und Checklisten
Drei Dinge helfen besonders:
1.) Sicherheitseinweisung
Die Crew muss die wichtigsten Sicherheitsregeln und Ausrüstungsorte kennen. Dazu gehören unter anderem Rettungswesten, Lifelines, Feuerlöscher, Funkgerät, Gasabsperrung, Batteriehauptschalter, Notfalltasche und Rettungsmittel.
Die Online-Sicherheitseinweisung kann diese Vorbereitung unterstützen. Sie ersetzt aber nicht die konkrete Einweisung an Bord.
2.) Notrolle
Die Notrolle klärt, wer im Ernstfall welche Aufgabe übernimmt.
Das betrifft nicht nur Feuer an Bord, sondern auch Mensch über Bord, Wassereinbruch, Kollision, Grundberührung, medizinische Notfälle oder das mögliche Verlassen der Yacht.
3.) Checklisten
Checklisten helfen, im Stress nichts Wichtiges zu vergessen.
Sie ersetzen keine Erfahrung und keine Lagebeurteilung. Aber sie geben Struktur, wenn viele Dinge gleichzeitig passieren und schnelle Entscheidungen nötig sind.
Vorbereitung ist Skipperverantwortung
Der Skipper muss nicht alles allein machen. Aber er muss dafür sorgen, dass die Crew vorbereitet ist.
Eine Crew, die nicht weiß, wo das Funkgerät ist, wie eine Rettungsweste richtig sitzt oder was bei Mensch über Bord zu tun ist, kann im Ernstfall kaum sinnvoll helfen.
Vorbereitung bedeutet deshalb auch: Verantwortung teilen, bevor es kritisch wird.
Vorbereitung verhindert nicht jeden Notfall
Auch eine gute Vorbereitung verhindert nicht jede kritische Situation.
Aber sie kann helfen, schneller zu reagieren, bessere Entscheidungen zu treffen und aus einer gefährlichen Lage keine chaotische Lage werden zu lassen.
Das Ziel ist nicht Perfektion.
Das Ziel ist: mehr Ruhe, mehr Struktur und mehr Sicherheit an Bord.
Weiterführende Themen
- Sicherheit an Deck
- Notfälle an Bord
- Online-Sicherheitseinweisung
- Skipper-Checklisten
Die Verantwortung für Entscheidungen und Maßnahmen an Bord bleibt beim Schiffsführer.